Säulensockel einer österreichisch-ungarischen Feldseilbahn

Der Gebiergsjägerverein von Vattaro hat die Wiedererhaltung von diesem Säulensockel einer Feldseilbahn von hohem Interesse empfunden. Diese Feldseilbahn war Teil eines Netzes von Seilbahnen, die das Österreichische Militär in den Jahren schon vor dem Ersten Weltkrieg in den Gegenden der österreichisch-italienischen Grenze, errichteten. In der Umgebung der Hochebene wurden diese zwischen 1916 und 1917 von der 11. Armee, um den Vordrang des italienischen Heers zu verhindern, gebaut.

Geschichtlicher Einblick

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) fand vor allem im Gebirge statt.

Im Gebirge stellte sich das Problem, schnelle und sichere Verbindungen herzustellen, die zur Versorgung von Munitionen und Verpflegung dienten.

Dieses Problem wurde durch die Errichtung von Seilbahnen gelöst, die auch wenn hoher Schnee, das Fehlen von Straßen und die Unmöglichkeit des Einsetzens von Lasttieren, die Versorgungen der Front, auch in hohen Lagen, ermöglichten und garantierten.

Eine starke Seilbahn (die Nr. 1a) verband die Bahn von Calliano (im Etschtal), steigend durch das Rio Cavallotal, an Folgaria.

Von den Lagerhäusern in Folgaria versorgten dann leichtere Seilbahnen der ersten Front und erreichten über Serrada und das Terragnolotal auch den Pasubio.

Eine zweite starke Seilbahn, die Nr. 10a, (Bild 4. – Motoren) die von der Bahnstation Mattarello startete, erreichte über Valsorda, Bosentino (wo sich eine Station befand – Bild 1) durch das Centatal, die Senke von Carbonare. Auch von hier aus verbanden dann leichtere Seilbahnen die Hochebene von Lavarone.

In Mattarello befand sich auch der Ausgangspunkt von drei leichten Feldseilbahnen (Bild 5 – Motoren): eine gegen den Bondone und zwei parallellaufende (die Nr.6a) gegen Casara in der Nähe von Lavarone, über Valsorda, Vigolo Vattaro, Vattaro (Bild 2), Frisanchi und Sadleri (Bild 3). Zu einer dieser Seilbahnen gehört dieser Säulensockel, den Sie besichtigen (Bild 6).

Strategisch war auch eine weitere starke Seilbahn (die Nr. 20a), die Caldonazzo mit Monterover verband. In Monterover befand sich eine Kaserne in der Lokalität Seghetta, die eine der wichtigsten Ausgangspunkte für die Versorgung der Truppen auf den Hochebenen war.

Die Gebirgsjägerverein von Vattaro renovierte diesen Säulensockel des Ersten Weltkriegs, um der hunderte Jahrestag des Konfliktes zu erinnern. (Vattaro, Juli 2016)

Technische Daten

Typologie: Zweiseilbahn

Modell: Heckel 100

Antrieb: Benzinmotor

Länge: 13880 Längenmeter

Höhenunterschied: 958m

Tragkraft: 140 Tonnen in 20 Stunden

Danksagungen

Gemeinde Vattaro
Consorzio Turistico Vigolana
Gebirgsjägerverein Vattaro – Einheit Trento
Kriegsmuseum Rovereto
Fondazione Museo Storico
Biblioteca Nazione di Vienna
Biblioteca di Vigolo Vattaro

Die Zweiseilbahn 6a Mattarello – Casara

stazione-intermedia-Vigolo-VattaroVon Mattarello (189m ) aus erreichte die doppelte Feldseilbahn 6a, nach einem leichten Höhensprung, die erste Station in Valsorda (527m), wo noch zwei Säulensockel sichtbar sind. Mit einem weiteren Höhensprung erreichte sie die Felder von Vigolo Vattaro (691m) und von dort, sich leicht nach rechts drehend, Richtung Vattaro, weiterlief.

In unserem Dorf befand sich eine Station in 733m Höhe, wo heute die Staatsstrasse nach dem Dorf eine Linkskurve vor dem Maso Rosta bildet. Hier bog eine der Linien der Doppelseilbahn weiter nördlich wieder rechts.

Die zweite südliche Linie bog bei 816m rechts und erreichte parallel bei 1.100m eine natürliche Talsenkung in Frisanchi, die gegen Vattaro blickt. Nach einem nächsten Höhensprung stützt sich die Seilbahn in der Nähe von Sadleri (866m) auf einem Bergrücken am linken Talrand des Flusses Centa.

Dies war die letzte Zwischenstation, bevor sie über eine Schlucht in Casara (1147m ), einer Ortschaft die vor dem heutige Lavarone Chiesa liegt, an ihre Endstation gelangte.